Peru

Kooperation mit Chirapaq

Peru ist neben Bolivien und Guatemala eines der drei Länder mit mehrheitlich indigener Bevölkerung. Von den 28,5 Millionen Einwohnern sind 45 Prozent indigener Abstammung, sie gehören überwiegend zu den Quechua (40 Prozent) und Aymará (5 Prozent) sprechenden Völkern.

Ein Drittel der Bevölkerung lebt in Lima

Bedingt durch Landflucht konzentriert sich in Lima, der Hauptstadt von Peru mittlerweile rund ein Drittel der Bevölkerung. Das hat große soziale Probleme zur Folge: Ein erheblicher Teil vor allem der indigenen Bevölkerung in Lima lebt unterhalb bzw. am Rande der Armutsgrenze.

Ethnische, soziale und politische Gegensätze bergen ein vielfältiges Konfliktpotential und führen zu ungenügender Versorgung der Bevölkerung. Die Folge davon sind Nahrungsmittelimporte und hohe Devisenausgaben.

Die Regierung ist repräsentativ, dezentralisiert und nach dem Prinzip der Gewaltenteilung aufgebaut. Trotz einiger außenwirtschaftlicher Erfolge hat Peru mit gravierenden politischen, sozialen und wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen.

Partnerschaft mit Chirapaq

2003 begann die Partnerschaft des Hunger Projekts mit Chirapaq, einer Organisation, deren Hauptziel die Stärkung indigener Frauen ist. Es ist die einzige Organisation in Peru, die alle 37 verschiedenen Sprachgruppen unter einem Dach vereint und dadurch einen sehr guten Überblick über deren Lebensbedingungen besitzt.Chirapaq bietet diesen Frauen ein Forum für Wissensvermittlung und Dialog sowie zur Formulierung von Zielen und Entwicklung von Strategien, um ihre Lebensbedingungen zu verbessern.

Die Arbeit von Chirapaq konzentriert sich auf die Wiederherstellung alten Wissens und Ressourcen sowie auf die Entwicklung von Fähigkeiten und kulturell angemessenen Wegen, um mit den Problemen von Hunger und Armut umzugehen. Dabei arbeitet Chriapaq mit ländlichen Frauenorganisationen, Gemeinden und lokalen Institutionen zusammen.

Zyklische Workshops

Die Strategien und Aktivitäten von Chirapaq sind einfach, aber extrem effektiv: Mehrere Male im Jahr treffen sich Frauen in Führungspositionen aus ganz Peru für ein viertägiges Training. Dieses landesweite Training findet in Spanisch statt. Anschließend kehren diese Frauen in ihre Heimatdörfer zurück, adaptieren diese Kurse in ihre jeweiligen Indiosprachen und geben sie so an Tausende von Frauen mit Führungsqualitäten in ihrer Umgebung weiter.Zusätzlich zu den nationalen Aktivitäten ist Chirapaq auch international aktiv: 2004 war die Organisation Gastgeberin des „4. Kontinentalen Forums indigener Frauen“.

Hunderte von Frauen aus 21 verschiedenen Ländern Amerikas verabschiedeten bei dieser Konferenz einen Aktionsplan für die Stärkung der Rechte und Verbesserung der Lebensbedingungen indigener Frauen.

Kooperationen mit Chirapaq

Das Hunger Projekt unterstützt, begleitet und fördert Chirapaq bei den folgenden Programmen:

Das Programm für indigene Frauen

Stärkung der Aktivitäten ländlicher indigener Organisationen, Fürsprache und Teilnahme an politischen Prozessen.Schwerpunkte dieses Programms sind:

  • die Teilnahme an nationalen und internationalen Konferenzen und Kongressen
  • die Beteiligung an politischen Prozessen. z. B. durch Ausarbeitung von Vorlagen an den Kongress zur Förderung indigener Rechte
  • die Teilnahme an nationalen und internationalen Netzwerken zur Stärkung indigener Frauen
  • die Ausbildung zu Fürsprechern, Workshops gegen Rassismus und Diskriminierung
  • die Zusammenarbeit mit anderen ländlichen indigenen Organisationen und Recherchen über die Situation der indigenen Bevölkerung

Kinder- und Jugendarbeit

Dieses Programm fördert indigene Kinder und Jugendliche durch innovative Initiativen, die ihre Identität und Kultur schützen und ihre Rechte stärken.

Nationaler und internationaler Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung

Hier geht es um die Formulierung von Strategien in Ausrichtung auf die acht Millenniumsziele. Dabei wird auch die Teilnahme an Workshops der UNO zu Themen der indigenen Bevölkerung organisiert.