COVID-19: Dorfgemeinden widerstandsfähig machen

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Seit mehreren Monaten beeinflusst die Corona-Pandemie nun weltweit unser aller Leben. Umso deutlicher wird in dieser Zeit der Wert von Zusammenhalt und Einfallsreichtum, auch auf lokaler Ebene. Gemeinsam mit unseren bereits existierenden Netzwerken von Freiwilligen und Führungskräften in den 13 Programmländern haben wir die Möglichkeit und Kapazitäten, uns den sich stetig verändernden Situationen zu stellen.

Als globales Hunger Projekt haben wir dazu einen Aktionsrahmen erstellt, um auf der Gemeinde-Ebene folgende Hauptziele zu verfolgen:

  1. Bewusstsein und Verständnis dafür schaffen, wie man sich und seine Gesundheit schützt – durch Händewaschen, sozialer Distanzierung, Gesichtsbedeckung (Mund und Nasenschutz) in der Öffentlichkeit und dem Entlarven von Fehlinformationen.
  2. Zugänge zu Handwaschstationen/-möglichkeiten für jeden Haushalt und an wichtigen öffentlichen Orten schaffen.
  3. Gemeindemitglieder mit Symptomen identifizieren, isolieren und in Verbindung mit Gesundheitsbeamten setzen.
  4. Hilfe für Bedürftige leisten: entweder durch Zugang zu staatlichen Hilfen oder durch die Unterstützung der Dorfgemeinschaften. So soll der Lebensunterhalt der Ärmsten gesichert werden und der erwarteten Zunahme an akuter und chronischer Unterernährung entgegengewirkt werden.
  5. Solidarität, Frieden und Vertrauen in den Gemeinschaften fördern – durch Strategien zur Eindämmung von Stigmatisierung, Schuldzuweisung und geschlechtsspezifischer Gewalt, einschließlich Kinderehen

Konkret wollen wir dies durch folgende Ziele vor Ort erreichen:

  • Das Verbreiten von Nachrichten glaubhafter Quellen wie die Weltgesundheitsorganisation oder lokale öffentliche Gesundheitsdienste in unseren Netzwerken von Führungspersonen in Dorfgemeinschaften.
  • Durch Informationen und Zuspruch unsere Partner*innen in den Dorfgemeinschaften darin bestärken und befähigen, ihre Rolle – als Leiter*innen der Gemeinschaften – im Verhindern der Ausweitung des Virus auszuüben.
  • Das Ausüben unserer Rolle als Mitgestalter der Zivilgesellschaft, um Bewusstsein für die Situationen vor Ort zu schaffen und sicherzustellen, dass Regierungen ihrer Verantwortung gegenüber lokalen Gemeinden nachkommen.

 

Afrika

In Afrika unterstützen unsere Mitarbeiter*innen und Freiwillige Dorfgemeinschaften durch das Aktivieren der Netzwerke Freiwilliger vor Ort, durch Radioprogramme, Telefone und Handys, WhatsApp, Lautsprecherdurchsagen in den Ortschaften, und durch virtuelle Treffen und Präsentationen.

Die Gesundheitsstationen in den Epizentren bieten kostenlose medizinische Versorgung für alle an. Sie versorgen die ländlichen Gebiete, in denen wir arbeiten, mit den am meisten benötigten Gesundheitsdiensten. Dies beinhaltet auch Informationen zu Prävention und Eindämmung des Coronavirus. Jedes dieser Gesundheitszentren verfügt über eine*n Gesundheitsbeauftragte*n, der/die gemeinsam mit unseren Gesundheits-Animator*innen daran arbeitet, Informationen in den Dorfgemeinschaften zu verbreiten.
In dieser Zeit der sozialen Distanzierung verteilten die Gesundheitsministerien Poster und weitere Materialien für Kampagnen durch all ihre Netzwerke, dies schließt unsere Kliniken in den Epizentren mit ein. Mit diesen Postern und Informationen können wir wiederum die ländlichen Dorfgemeinschaften erreichen. Da die Strukturen bereits vorhanden sind, können so auch die Menschen in weit abgelegenen Gebieten mit wichtigen Informationen versorgt werden.

Jedes unserer Programm-Gebiete hat designierte WASH-Freiwillige (für den Themenbereich Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene), deren Aufgabe es ist, gesunde Hygienepraktiken in den Gemeinschaften zu verbreiten. Diese Arbeit gewinnt insbesondere in der aktuellen Situation ganz besonders an Bedeutung und wurde in den letzten Wochen intensiv ausgeweitet. In Benin wurden zum Beispiel bereits über 1.200 sogenannte „Tippy Taps“ (einfache Konstruktionen zum Händewaschen) in den Dorfgemeinschaften installiert. In Ghana nutzen wir staatliche Lautsprecheranlagen, um die Dorfgemeinschaften über Maßnahmen zum Schutz gegen die Ausweitung des Virus zu informieren.


Süd-Asien

In Süd-Asien werden nicht nur unmittelbar medizinische Interventionen, wie zum Beispiel Informationen zur Prävention der Ausweitung des Virus, benötigt; auch soziale Aspekte der Pandemie, wie das Sichern des Lebensunterhalts in Zeiten der Ausgangssperre oder das Aufdecken von Fehlinformationen und damit verbundener Stigmatisierung, müssen berücksichtigt werden. Auch hier ist einer unserer treibenden Faktoren die Befähigung der Partner*innen in den Gemeinschaften. Im Ausüben ihrer Rolle als Leiter*innen und gewählte Führungskräfte der Dörfer können sie am effektivsten zum Kampf gegen die Ausweitung des Virus beitragen.

In Indien schafft eine COVID-Arbeitsgruppe Bewusstsein zu dem Virus und rüstet die über 8.000 Frauenabgeordneten aus den Projekten mit Informationen aus. Diese wiederum verhelfen den Gemeindemitgliedern in ihren Wahlbezirken dazu, staatliche Unterstützung in Anspruch zu nehmen und Fehlinformationen aufzudecken. Die zum Teil durch die Arbeitsgruppe vorformulierten Nachrichten werden von unseren Partnerorganisationen und Förderern weiterverbreitet, sodass sie bereits eine beachtliche Reichweite erlangt haben.

In Bangladesch schließen sich verschiedene Führungspersonen aus der Zivilgesellschaft zusammen, um eine schnellstmögliche, flächendeckende Reaktion und Strategie der Regierung einzufordern. Darüber hinaus verbreiten sie Videos in den sozialen Medien und veröffentlichen Artikel im ganzen Land. Die Leiter*innen der SDG-Unionen vor Ort nähen Gesichts-Behelfs-Masken, erstellen Hand-Desinfektionsmittel und verbreiten Informationen darüber, was im Falle von auftretender Symptome zu tun ist.


Lateinamerika

In Mexiko übersetzen die Regionalkoordinator*innen offizielle Informationen aus dem Spanischen in indigene Sprachen und Dialekte. Darüber hinaus nehmen sie kurze Videos auf und verbreiten diese. So werden auch Gemeindemitglieder erreicht, die nicht lesen können.

 

Einige Bilder zu den Corona-bezogenen Aktivitäten vor Ort können Sie hier einsehen.

Wir halten Sie gerne über weitere Aktivitäten und Entwicklungen vor Ort auf dem Laufenden. In der Zwischenzeit können Sie über unsere Seiten in den sozialen Medien weitere Einblicke in die Arbeit des Hunger Projekte erhalten.

 

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