Interview mit Samuel Erasmus Afrane, Landesdirektor von THP Ghana

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Der Landesdirektor von THP Ghana zu Besuch in Deutschland

Vergangene Woche hat Samuel Erasmus Afrane, der Landesdirektor des Hunger Projekts in Ghana, im Zuge seines Besuchs in München, am 15.11. einen Vortrag über die laufenden Projekte gehalten. Im Gespräch hat er einen Einblick gegeben, auf welche Projekte er besonders stolz ist und welche Herausforderungen und Chancen er für die Zukunft sieht.

Die Videoaufnahme des Interviews kann über folgenden Link angeschaut werden:

Interview mit Samuel Erasmus Afrane

Die Zusammenfassung des gesamten Interviews lesen Sie hier:

F1: Wie arbeiten Das Hunger Projekt Deutschland und THP Ghana zusammen?

Beide sind Teil der großen THP-Familie. Dabei gehört Ghana zu den „Programmländern“, während Deutschland ein Hunger Projekt – Partner ist, also ein Land, das Geld für die Programmländer (wie z.B. Ghana) sammelt.

F2: Auf welches Projekt sind Sie besonders stolz?

Ich bin auf drei Projekte besonders stolz.

Das erste sind die Krankenschwester-Quartiere bei den Klinken in den Epizentren. Ein Projekt, das vor allem von Deutschland unterstützt wurde! Früher sind viele schwangere Frauen gestorben, da niemand in den Gebieten verfügbar war, wenn die Wehen einsetzten. Durch die Unterkünfte für die Schwestern hat sich die Sterblichkeitsrate der Mütter bei der Geburt reduziert, da Ihnen rechtzeitig geholfen werden kann.

Dazu kommen noch andere Projekte, um die Gesundheit von Müttern und ihren Kindern zu unterstützen. Zum Beispiel haben wir es geschafft durch unsere Einrichtung zur Familienplanung die Muttersterblichkeitsrate um ein Drittel zu reduzieren! Dies wurde unter anderem von der Else Kröner-Fresenius-Stiftung ermöglicht. Dadurch konnten wir unsere Beziehung zum Gesundheitswesen in Ghana so intensivieren, dass wir mit ihnen eine Vereinbarung unterzeichnen konnten, in der uns gewisse Leistungen für die Klinken in den Epizentren garantiert wurden.

Ich bin auch sehr stolz auf die innovativen Projekte, die die Landwirtschaft der Bauern in Ghana verbessern sollen. Diese bestehen seit 2014 und werden durch die GIZ finanziert. Dies hat die Landwirtschaft unserer Bauern so enorm verbessert, dass diese das als Grund sehen, aus ihrer Landwirtschaft ein echtes Geschäft zu machen. Denn so können sie sich nicht nur ernähren, sondern erwirtschaften sich zusätzlich ein Einkommen, das es ihnen ermöglicht, unabhängig zu sein. Viele können dadurch ihren Kindern die Schule oder sogar die Universität finanzieren.

F3: Welche Chancen und Herausforderungen sehen Sie für die Zukunft?

Nun, Ghana hat 45 Epizentren und für 30 davon benötigen wir weiterhin finanzielle Mittel, um sie auch zukünftig auf ihrem Weg in die Eigenständigkeit begleiten zu können (weiterführende Informationen zur Epizentrenstrategie des Hunger Projekts finden sie hier). Wir haben zwar die Programme, aber diese folgen einem Zeitplan von insgesamt ca. acht Jahren– aber ohne Spenden wird sich dieser verzögern. Dazu sind die Epizentren in sehr ländlichen Gegenden, die meist schlecht ausgebaute Straßen haben. Dorthin zu reisen ist sehr beschwerlich, da auch unser Fahrzeug 18 Jahre alt ist und für ein neues das Geld nicht reicht. Das sind unsere Probleme. Aber auch Chancen haben wir sehr viele! Zum einen mit unseren Partnerländern, aber vor allem in Ghana. Dort realisieren die Menschen langsam, dass sich unsere Arbeit in einem Punkt von der der anderen NGOs unterscheidet: Denn Das Hunger Projekt ändert immer zuerst die Denkweise der Menschen: Wir zeigen ihnen, dass jeder sich entwickeln kann – egal wie arm er oder sie ist und in welcher Situation er oder sie steckt. Das einzige was sie brauchen sind Chancen. Denn was die Leute dann dort selbst aufbauen, bleibt bestehen.

F4: Was erhoffen Sie sich von Ihrem Besuch in Deutschland?

Ich hoffe, dass sich die Beziehung zwischen den beiden Ländern weiter vertieft und ich zeigen kann, was wir in Ghana machen. Die Menschen hier sollen sehen, dass das Geld dort nicht verschwendet wird und wir hart arbeiten, um die Ziele von THP zu verwirklichen.

 

In Menschen investieren

für eine gemeinsame Zukunft.

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