Epizentren

Eine kosteneffiziente Basisstrategie

Das Hunger Projekt arbeitet seit 1991 in Partnerschaft mit den Menschen und Führungskräften in Ost-, West-, und im südlichen Afrika und hat in dieser Zeit eine kosteneffiziente und leicht übertragbare Strategie entwickelt, die sich die Epizentren-Strategie nennt.

Diese „Bottom-up“ – Strategie hat sich für die Überwindung des Hungers und der Armut im ländlichen Afrika als sehr erfolgreich erwiesen.
epizentrum_1

Dynamische Zentren

Gruppen von Dörfern schließen sich zu dynamischen Zentren zusammen und lernen dort, gemeinsam zu handeln, um ihre Grundbedürfnisse zu erfüllen. Sie erhalten außerdem Zugang zu bisher unbekannten und/oder ungenutzten Regierungsressourcen.

Die Epizentren liegen in Gegenden, die weit (mind. 20 km) von kleinen und größeren Städten entfernt sind und damit von Gesundheitsdiensten, Schulen, Märkten und oft auch Diensten anderer Nichtregierungsorganisationen abgeschnitten sind.

Vier Phasen

Die Epizentren-Strategie ist in vier klar unterschiedene Phasen unterteilt und begleitet die Menschen innerhalb von etwa acht Jahren aus extremer Armut heraus hin zu einem Leben in Eigenständigkeit.

  1. Mobilisierung
  2. Bau
  3. Fortschritte
  4. Eigenständigkeit
  5. Scaling-Up

Die Grundeinstellung der Menschen, die zu Beginn von Abhängigkeit, Resignation und der Diskriminierung von Frauen geprägt ist, wird durch diesen Prozess verändert. Es entsteht eine neue Haltung, die auf Verantwortung, Eigenständigkeit und der Gleichstellung der Geschlechter basiert.

Die Bilanz

Insgesamt wurden bis heute 117 Epizentren in acht afrikanischen Staaten aufgebaut, die insgesamt fast zwei Millionen Menschen erreichen und ihnen nachhaltige Verbesserungen in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Ernährung und Familieneinkommen ermöglichen.

Status der Eigenständigkeit: 16 Epizentren in Ghana, Malawi, Uganda, Burkina Faso, Äthiopien und Senegal haben den Status der  Eigenständigkeit erreicht (Stand: Oktober 2017).

Wir sehen die Menschen vor Ort nicht als passive HilfsempfängerInnen, sondern arbeiten mit ihnen daran, ihre Entwicklung selbst in die Hand zu nehmen. Ganz in diesem Sinne ist auch unsere Epizentren-Strategie darauf ausgelegt, die Gemeinden über etwa acht Jahre zu begleiten, bis sie schließlich die Phase „nachhaltiger Eigenständigkeit“ erreichen, d. h. die Gemeinden haben das Vertrauen und die Fähigkeit erlangt, sich von nun an eigenständig und nachhaltig weiterzuentwickeln. Dieser Meilenstein ist an 52 Indikatoren geknüpft, die in Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort entwickelt wurden. Nur wenn diese zu mind. 80% erfüllt sind, wird von Eigenständigkeit gesprochen.

Konkret gehören dazu z. B. die Verbesserung der Alphabetisierungs- und Bildungsraten, eine bessere Gesundheitsversorgung und die Verringerung von Hunger und Mangelernährung, vor allem bei Frauen und Kindern. Die Gemeindemitglieder haben im Sinne eines nachhaltigen Wachstums lokale Partnerschaften aufgebaut, einkommensgenerierende Tätigkeiten für kontinuierliche Einkünfte geschaffen und eine gleichgeschlechtliche Führungsstruktur aufgebaut. Das Hunger Projekt beginnt dann mit der sogenannten Exit-Strategie: Wir gehen davon aus, dass keine weiteren Geldmittel benötigt werden, werden aber im Lauf der nächsten drei bis fünf Jahre die betreffenden Epizentren besuchen und Post-Evaluierungen durchführen. Wir freuen uns schon jetzt auf die Epizentren, die 2017 folgen werden.

>> Mehr zum Thema Eigenständigkeit und zu den Erfolgen der Epizentren in Ghana (AtuobikromAkotekrom und Nsuta-Aweregya) und Malawi (Champiti und Ligowe)