Bangladesch

Einführung

Bangladesch hat seit dem Jahr 2000 beeindruckende Entwicklungserfolge erzielt. 2013 wurde die Halbierung der Armut erreicht. Die Kindersterblichkeitsrate ist stark gesunken (von 83/1000 im Jahr 1995 auf 31/1000 im Jahr 2015). Die Lebenserwartung stieg auf über 72 Jahre. Fast alle Kinder gehen inzwischen zur Schule. Auf dem Human Development Index der Vereinten Nationen ist es mit Rang 139 seit Juli 2015 in die Medium Human Development Gruppe (Lower-Middle-Income Country) aufgerückt.

Die Stabilität dieses positiven Trends ist jedoch gefährdet.  Bangladesch gehört mit über 163 Mio. Einwohnern (2017, statista.com) zu den bevölkerungsreichsten und den am dichtesten besiedelten Ländern der Erde und es wird erwartet, dass  die Bevölkerung weiter wächst. Mit dem Wohlstandswachstum sind die Unterschiede bei Einkommen und  Lebensbedingungen größer geworden  Die rasche Industrialisierung führt zu Landflucht und verschärft  die Probleme in den Städten. Immer noch leben sehr viele Menschen unter der Armutsgrenze, überproportional häufig Frauen und Kinder. Neben Geschlechterdiskriminierung und Jugendarbeitslosigkeit  stellen Korruption und schwache demokratische Strukturen auf lokaler Ebene nach wie vor ein, gravierendes Problem dar.

 

Das Hunger Projekt in Bangladesch

Die Strategie des Hunger Projekts in Bangladesch bei der Gründung  1991 war die breite Mobilisierung der ländlichen Bevölkerung durch Ausbildung von freiwilligen Entwickungs-Trainern. Inzwischen ist das Hunger Projekt die NGO mit den meisten ehrenamtlichen Mitarbeitern, im Jahr 2016 waren es über 184.000.  Im Jahr 2000 kam als weitere Strategie, die Stärkung der Lokaldemokratie auf Ebene der Gemeinderäte dazu, um die Nachhaltigkeit der Entwicklungen auf der Graswurzelebene sicherzustellen. Die sogenannte SDG Union Strategie bildet heute das Kernstück der Arbeit in Bangladesch.

Die Mobilisierung der Bevölkerung von der Graswurzelebene aus wird durch Lobbyarbeit auf nationaler Ebene unterstützt. Die Gründung von landesweit agierenden Interessensvereinigungen soll Verhaltensweisen, politischen Stil und soziale Strukturen verändern, die die Menschen darin hindern, ein selbstbestimmtes würdiges Leben zu führen.

Die Ziele der Arbeit in Bangladesch  sind:

  1. Mobilisierung der Menschen auf Graswurzelebene zu eigenverantwortlichem Handeln zur Verbesserung ihrer Lebenssituation im Sinne der SDG´SArbeit mit der Dorfbevölkerung
  2. Partnerschaft mit lokalen Regierungsvertretern und deren Sensibilisierung für verantwortungsbewusstes, transparentes und bevölkerungsorientiertes Handeln – Arbeit mit den Gemeinderäten
  3. Stärkung der gesellschaftlichen Position von Frauen und Mädchen – Arbeit mit Frauen
  4. Mobilisierung Jugendlicher zu gesellschaftlichem Engagement – Arbeit mit Jugendlichen

 

 

 

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