Die Arbeit mit den Gemeinderäten

Die Erfahrungen des Hunger Projekts Bangladesch haben gezeigt, dass die Entwicklungsarbeit auf Graswurzelebene nur nachhaltig sein kann, wenn sie partnerschaftlich mit einer verantwortungsvollen, transparent arbeitenden lokalen Regierung stattfindet. Um dies zu gewährleisten, stärkt das Hunger Bangladesch seit dem Jahr 2000 die gewählten Gemeinderäte (Union Parishad) und die Gremien zur  Bürgerbeteiligung (Standing Committees, Ward Shava) und widmet sich in besonderer Weise den weiblichen Abgeordneten in den Union Parishads.

Union Parishad: Seit dem Jahr 2004 bietet das Hunger Projekt eine 4-tägige Ausbildung als Entwicklungstrainerin für neu gewählte Gemeinderätinnen an. Hier erfahren diese, was sie in ihren Unions erreichen können, wenn es ihnen gelingt, die Menschen dazu zu mobilisieren, selbstständig zu agieren. Zudem werden die Gemeinderätinnen mit den Prinzipien der dezentralisierten Demokratie, der verantwortungsvollen Regierungsführung und dem Entwicklungsansatz bottom-up vertraut gemacht. Ferner erhalten sie spezifische Informationen zu ihren Aufgaben und Verantwortlichkeiten als Gemeinderat.

Standing Committees: Per Gesetz müssen in jedem Gemeinderat ständige Ausschüsse eingerichtet werden, um für Bürgerbeteiligung und Kontrolle in Bereichen wie Gesundheit, Erziehung  oder wirtschaftliche Entwicklung zu sorgen. Diese Ausschüsse arbeiten selten wie vorgesehen. Durch die Schulung der Gemeinderätinnen wird deren Einrichtung und positive Wirkung gefördert.

Ward Shava: Außerdem ist gesetzlich festgelegt, dass zweimal jährlich eine öffentliche Versammlung (Ward Shava) aller Wahlberechtigten in jedem der Bezirke des Wahlkreises organisiert und abgehalten werden muss. Diese Versammlungen werden aber nur mangelhaft umgesetzt. Dabei ist die Ward Shava  eine wichtige Plattform, um die lokalen Belange der Bevölkerung, der Regierung und der Entwicklungsorganisationen zusammenzuführen. Laufende und geplante Regierungsprojekte können direkt miteinander diskutiert werden. Das schafft Transparenz und stellt sicher, dass die Bedürfnisse der Bevölkerung tatsächlich berücksichtigt werden.

Zusammen mit BRAC (die größte NGO in Bangladesch) unterstützte das Hunger Projekt  außerdem, dass in den Büros der Gemeinderäte Verzeichnisse erstellt werden, die sämtliche Leistungen und Dienste für Bürger sowie die für sie geltenden Bedingungen und Fristen auflisten. So wird für die Bürger transparent, welche Leistungen in Anspruch nehmen können.