Mexiko

Das Hunger Projekt in Mexiko

In Mexiko gibt es 127,5 Mio. Einwohner (Stand 2106, Weltbank), davon

  • 55,3 Mio. Arme (46,2 %)
  • 11,4 Mio. extrem Arme (9,5%)
  • 10 Mio. Indigene, die alle sehr arm sind.

Nach dem Erdöl sind die Überweisungen der in den USA lebenden Exil-Mexikaner mit 26,97 Milliarden US$/Jahr (2016) die zweitwichtigste Einnahmequelle Mexikos! Die Abwanderung vor allem der männlichen Bevölkerung in die Großstädte und ins Ausland führt zu einem steten Ausbluten der Dörfer.

Aktivitäten in 4 Bundesstaaten

In vier mexikanischen Bundesstaaten (Chiapas, Oaxaca, San Luis Potosí, Zacatecas) entwickelt das Hunger Projekt mit den Menschen vor Ort Bottom-up und genderfokussierte Programme, um in den ländlichen Regionen die Lebenssituation zu verbessern. Besonders wichtig ist dabei die Stärkung des Gemeinschaftssinns und das Einbringen der eigenen Fähigkeiten. Hierzu werden gemeinsam Projekte geplant und durchgeführt.

 

 

 

 

 

 

 

Das Hunger Projekt Mexiko besteht seit über 30 Jahren. Seine Aufgabe sieht es in der Eröffnung neuer Perspektiven für die indigene Landbevölkerung, unter besonderer Berücksichtigung der Geschlechtergerechtigkeit.

Schwerpunkte

Bei der Arbeit von das Hunger Projekt in Mexiko ist die Gewährleistung der gleichberechtigten sozialen, politischen und wirtschaftlichen Beteiligung von Frauen vorrangig. Um seine Ziele zu erreichen, setzt das Hunger Projekt Mexiko auf drei Schwerpunkte:

  • Bündnisbildung In Zusammenarbeit mit Regierungsagenturen und Organisationen der Zivilgesellschaft führt das Hunger Projekt “Trainings of Trainers” durch. Die freiwilligen Teilnehmerinnen und Teilnehmer der beiden Bündnispartner bilden in ihrer jeweiligen Region Trainergruppen aus, die dort VCA-Workshops durchführen und so die Wirkung der Trainingsmaßnahmen von das Hunger Projekt verstärken.
  • Unterstützung lokaler Regierungen Das Hunger Projekt arbeitet mit den Mitgliedern der Gemeinderäte, die unter den Regierungsverantwortlichen den direktesten Kontakt zu den Menschen vor Ort haben. Mit ihnen werden Versammlungen und Workshops organisiert, in denen eigene Entwicklungspläne erarbeitet werden, die auch über die laufende Wahlperiode hinaus Bestand haben. So wird erreicht, dass trotz der dreijährigen lokalen Regierungswechsel langfristige Entwicklungen vorangebracht werden
  • Entwicklungspolitische Lobbyarbeit Mexiko als Schwellenland mit bedeutender Wirtschaftsleistung kann zur Überwindung von Hugner und extremer Armut auch eigene finanzielle Mittel einsetzen. Das Hunger Projekt ist beratend tätig und macht Vorschläge zur effektiven Verwendung der Mittel. Es setzt sich hierbei besonders für Programme ein, die indigene Frauen in ländlichen Regionen unterstützen und achtet drauf, dass die Interessen der ländlichen Bevölkerung gewahrt werden.

2013 wurde die Landesdirektorin von das Hunger Projekt Mexiko, Lorena Vázquez Ordaz, von der Regierung in den nationalen Rat für das Ernährungsprogramm “Kreuzzug gegen den Hunger”  berufen und ist wirkt dort beratend mit.

 

 

 

 

 

 

 

Dabei stützt sich das Hunger Projekt auf zwei seiner wesentlichen Strategien:

  • Stärkung von Frauen (Empowerment)
    Frauen tragen die Hauptlast bei der Erzeugung und Zubereitung von Nahrungsmitteln, sind aber nur ungenügend an strukturellen und politischen Entscheidungen beteiligt.
  • Konzentration auf indigene Volksgruppen
    Indigene Volksgruppen leben am Rande der Gesellschaft in unwirtlichen Bergregionen oder Elendsvierteln der Großstädte. Sie haben kaum Zugang zu Gesundheitsdiensten, Schul- oder Berufsausbildung. Ihre Traditionen, Denk- und Verhaltensweisen unterscheiden sich von denen der übrigen Bevölkerung – dies erschwert ein Zusammenwirken mit den offiziellen staatlichen Stellen.

Der erste Schritt der sozialen Mobilisierung ist die Durchführung von VCA (Vision, Commitment & Action) Workshops, an denen Mitglieder der Dorfgemeinschaften, der gewählten Kommunalregierungen sowie der Zivilgesellschaft teilnehmen. Sie entwickeln langfristige Zukunftsperspektiven und beginnen, diese in lokalen Kampagnen umzusetzen. Sie bringen beispielsweise Projekte zur Einkommensverbesserung von Frauen auf den Weg und sorgen für den Zugang zu notwendigen Ressourcen.

Dem mittlerweile verstorbene Direktor des Hunger Projekts in Mexiko, Dr. Hugo Gonzales und seinem Team gelang es, mit breitenwirksamen medialen Strategien einen hohen Bekanntheitsgrad im Land zu erreichen und ein großes, unterstützendes Netzwerk aufzubauen.

Kooperation mit Regierungsprogrammen

Bei seiner Arbeit in Mexiko kann das Hunger Projekt eine glückliche Besonderheit nutzen:Die mexikanische Regierung verfügt über gute Entwicklungsprogramme mit gut ausgebauter Infrastruktur (Büros, ausreichend und in Dörfern bereits bekannte Angestellte), die allerdings vielfach ineffektiv sind. Die Gelder aus Fonds fließen ungenutzt wieder zurück oder versickern in unbekannten Taschen, damit das Budget nicht gekürzt wird.

Das Hunger Projekt kooperiert mit diesen Programmen und hat die Möglichkeit, deren vorhandene Infrastrukturen für seine Workshops zu nutzen.