Malawi: Nachhaltige Landwirtschaft und wirtschaftliche Stabilität Sichern

Malawi zählt mit seinen knapp 18 Mio. Einwohner/innen zu 10% der ärmsten Länder weltweit. Die Alphabetisierungsrate bei Erwachsenen liegt bei 68%. Mehr als jeder Dritte leidet unter chronischer Unterernährung. Im Distrikt Zomba leben 70% der Bevölkerung unter der nationalen Armutsgrenze. Die Produktion durch Kleinbauer/*innen deckt 80% der Nahrungsmittel für Malawi ab. Sie ist somit ein existentieller Bestandteil der Ernährungssicherung für die Bevölkerung.

Das Gesamt-Wirtschaftswachstum ist jedoch nicht nur von der landwirtschaftlichen Produktion, sondern auch von den wechselhaften Klimabedingungen abhängig; lange Trockenzeiten, jahreszeitlich bedingte Dürreperioden, starke Regenfälle und Überflutungen erschweren eine konstante Nahrungsmittelproduktion. Der Großteil der malawischen Landwirtschaft wird ausschließlich von Regenwasser gespeist. Durch die klimatisch erschwerten Bedingungen greifen viele Kleinbauer/*innen zu umweltschädlichen Anbaumethoden, um ihren eigenen Nahrungsmittelbedarf decken zu können. Eine misslungene Ernte auszugleichen wird auch dadurch erschwert, dass sie fast ausschließlich eine einzige Pflanze (nämlich Mais) produzieren; andere, hochwertigere Nutzpflanzen sind zu empfindlich für den rein regenwasserabhängigen Anbau. Die Mais-zentrierte Ernährung liefert außerdem nicht genügend Nährstoffe für eine ausgewogene Ernährung.

Unser Ziel

550 Kleinbauern/*innen verfügen über verbessertes Wissen und Fähigkeiten in der nachhaltigen Landwirtschaft und sind so in ihrer Resilienz gegen den Klimawandel gestärkt. Ihre wirtschaftliche Stabilität sowie die Ernährungssicherheit von 23.248 Einwohner/innen in 29 Dörfern werden in der Region verbessert.

Mrs Romani

Unsere Projektmaßnahmen

Unser Projektpartner The Hunger Project (THP) Malawi setzt das Projekt in 29 Dörfern im Distrikt Zomba um. Bereits seit 2002 ist THP Malawi hier im Rahmen verschiedener Projekte zur Verbesserung der Lebensverhältnisse aktiv. Die Projekt-Maßnahmen haben das Ziel die wirtschaftliche Abhängigkeit von den klimabedingten Begebenheiten zu reduzieren und die Stabilität der Ernährungssicherheit in der Region zu stärken. Durch die Diversifizierung des Lebensunterhalts werden außerdem erwirtschaftete Erträge vermehrt und gleichzeitig eine ausgewogenere Ernährung ermöglicht. Dies wird durch folgende Projektaktivitäten erreicht:

  • Die Kapazitäten der Kleinbauern/*innen werden durch Wissens-, Technologie- und Innovationstransfers erweitert.
  • In Schulungen zu Themen wie landwirtschaftliche Praktiken oder Agroforstwirtschaft verbessern sie ihre Fachkenntnisse und Fähigkeiten in ressourcenschonender Landwirtschaft. Einige von ihnen werden zu Lead- Kleinbauern/*innen ausgebildet, die wiederum andere beraten und trainieren.
  • Im Rahmen des Projektes installiert THP Malawi zwei solarbetriebene Bewässerungsanlagen, die den Nahrungsmittelanbau weniger abhängig von den Regenfällen machen.
  • Schulungen zu Viehzucht und verbesserten Lagerungstechniken sowie der Ausbau eines Nahrungsmittelspeichers helfen außerdem, die wirtschaftliche Abhängigkeit vom aktuellen Ernteertrag zu reduzieren.
  • Schließlich erlernen die Kleinbauern/*innen anhand von Schulungen die Bildung von Rücklagen für weitere Investitionen in ihre Landwirtschaft. Dafür werden gemeindegeführte Kreditvergabe- und Sparmodelle eingeführt.
  • Durch das Projekt werden nicht nur landwirtschaftliche Erträge gesteigert, sondern auch ein umweltschonender Umgang mit den vorhandenen Ressourcen gefördert.

Was haben wir bisher erreicht?

Die Kleinbauern/*innen haben ein Darlehen für Agrarprodukte erhalten mit dem sie z.B. Düngemittel und Mais-Saatgut kaufen. Die Rückzahlung erfolgt in Form des durch verbesserte Anbautechniken erwirtschafteten überschüssigen Mais. Dieser wird im Nahrungsmittelspeicher gelagert. Der Nahrungsmittelspeicher ist ein funktionsfähiger Lagerplatz aus Stein und Beton für nicht verbrauchtes Saatgut, der dieses vor dem Eindringen von Regenwasser schützt. In Dürrezeiten öffnet die Dorfgemeinschaft diesen Speicher und verkauft die hier gelagerte Nahrung zu einem gemeinsam festgelegten Preis. Dieser liegt normalerweise unterhalb des örtlich gängigen Marktpreises. Das so erwirtschaftete Guthaben wird wiederum für den Kauf neuer landwirtschaftlicher Produktionsmittel für die Kleinbauern/*innen verwendet. Dies ist nur ein Bestandteil des Projektes, der verdeutlicht, wie die Ernährungssicherheit im Zomba-Distrikt langfristig gestärkt wird.

Animators during nutrition training (1)

Unsere Reaktion auf COVID-19

In Anbetracht der Ausbreitung des Virus auf dem Kontinent ergreifen unsere Partner vor Ort weitreichende Maßnahmen, um die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter/innen sowie Dorfbewohner/innen zu schützen. Versammlungen größerer Gruppen finden nicht mehr statt, darüber hinaus laufen landwirtschaftliche Initiativen aber weiter: gerade jetzt ist an vielen Orten Hochsaison für Ernte oder Anpflanzung, welche zum Vermeiden einer Lebensmittelknappheit durchgeführt werden müssen. Regelmäßige Gespräche mit den Gemeindeleiter/innen und Animateur/innen finden telefonisch statt, um sich auf den neuesten Stand zu bringen oder Ratschläge zu erhalten und die Gemeinschaften weiterhin zu unterstützen.

Projektförderung

Das Projekt wird von September 2018 bis September 2021 mit Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Höhe von 269.793 Euro umgesetzt. Das Hunger Projekt Deutschland leistet einen finanziellen Eigenbeitrag in Höhe von 89.929 Euro.

Logo deutsche zusammenarbeit_von bengo

Das Hunger Projekt Deutschland setzt sich weltweit ein für  Ernährungssicherheit und nachhaltige Landwirtschaft.

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