Seit über 40 Jahren begleitet Das Hunger Projekt Menschen und Gemeinschaften dabei, nachhaltige Veränderungen aus eigener Kraft zu gestalten. Ob bessere Zukunftschancen für junge Menschen, die politische Teilhabe von Frauen oder klimaresiliente Ernährungssysteme – unsere Projekte zeigen, dass nachhaltige Entwicklung dort gelingt, wo Menschen selbst die Verantwortung für ihre Zukunft übernehmen können.

Doch erfolgreiche Projektarbeit allein reicht nicht aus. Damit langfristige Veränderungen möglich werden, braucht es auch politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen, die Entwicklung fördern statt behindern. Deshalb haben wir 2025 begonnen, unsere Advocacy-Arbeit in Deutschland gezielt auszubauen und unsere Erfahrungen aus der internationalen Projektarbeit stärker in gesellschaftliche und politische Debatten einzubringen.

Entwicklungspolitik unter Druck

Das Jahr 2025 war von tiefgreifenden Veränderungen geprägt. Kürzungen öffentlicher Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit, Reformprozesse in der deutschen Entwicklungspolitik und eine zunehmend kritische öffentliche Debatte stellten viele Organisationen vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig verschärften die Folgen der Klimakrise, politische Konflikte und globale Ungleichheiten den Handlungsdruck weltweit.

Vor diesem Hintergrund sehen wir es als unsere Verantwortung, unsere langjährige Erfahrung aus der Projektarbeit stärker einzubringen und auf die Bedeutung nachhaltiger Entwicklungszusammenarbeit aufmerksam zu machen. Denn die Überwindung von Hunger und Armut gelingt nur, wenn lokale Initiativen und politische Unterstützung Hand in Hand gehen.

Dialog mit Politik und Gesellschaft

Im Jahr 2025 haben wir den Austausch mit politischen Entscheidungsträger*innen intensiviert. In Gesprächen mit Bundestagsabgeordneten, Ministerien und politischen Vertreter*innen haben wir Erfahrungen aus unserer internationalen Projektarbeit sowie unseren Ansatz des Community-Led Development eingebracht.

Ziel ist es, die Perspektiven der Menschen und Gemeinschaften, mit denen wir weltweit zusammenarbeiten, stärker in politische Entscheidungsprozesse einfließen zu lassen. Unsere Erfahrung zeigt: Nachhaltige Entwicklung entsteht dort, wo Menschen selbst Veränderungen gestalten können – und wo politische Rahmenbedingungen dies ermöglichen.

Wirkung sichtbar machen

Ein weiterer Schwerpunkt lag darauf, die Wirkung unserer Arbeit verständlicher und transparenter zu kommunizieren. Das Interesse an unseren Projekten ist groß, gleichzeitig begegnen uns immer wieder Fragen zur Wirksamkeit von Entwicklungszusammenarbeit und zum Einsatz von Spenden- und Fördermitteln.

Diesen Dialog möchten wir aktiv gestalten. Deshalb haben wir 2025 neue Ansätze entwickelt, um Einblicke in unsere Arbeit zu geben und die Menschen hinter den Projekten stärker sichtbar zu machen. Neben Wirkungsdaten stehen dabei persönliche Geschichten, Erfahrungen aus den Projektregionen und Einblicke in die tägliche Arbeit unserer Organisation im Mittelpunkt.

Bildung als Schlüssel für Veränderung

Junge Menschen spielen eine zentrale Rolle für eine gerechte und nachhaltige Zukunft. Deshalb haben wir 2025 die Weiterentwicklung unserer entwicklungspolitischen Bildungsarbeit vorbereitet. Aufbauend auf unseren langjährigen Erfahrungen mit Vorträgen, Workshops und Bildungskooperationen arbeiten wir an neuen Bildungsangeboten, Unterrichtsmaterialien und Partnerschaften mit Schulen und Hochschulen.

Unser Ziel ist es, globale Zusammenhänge verständlich zu vermitteln und junge Menschen dazu zu ermutigen, sich mit Fragen von Hunger, Geschlechtergerechtigkeit, Klimaschutz und nachhaltiger Entwicklung auseinanderzusetzen.

Gemeinsam mehr erreichen

Auch die Zusammenarbeit in Netzwerken und Bündnissen blieb ein wichtiger Bestandteil unserer Advocacy-Arbeit. Als aktives Mitglied von VENRO, Gemeinsam mit Afrika und UN Women Deutschland bringen wir unsere Expertise zu Ernährungssicherung, Geschlechtergerechtigkeit und Community-Led Development in gemeinsame Initiativen und politische Prozesse ein.

Durch den Austausch mit lokalen Netzwerken, Bildungseinrichtungen und Kooperationspartnern möchten wir entwicklungspolitische Themen noch stärker in die Gesellschaft tragen und neue Räume für Dialog und Engagement schaffen.

Die Erfahrungen des Jahres 2025 haben uns deutlich gezeigt: Nachhaltige Entwicklung braucht starke Gemeinschaften vor Ort – und starke Stimmen, die sich für gerechte politische Rahmenbedingungen einsetzen. Deshalb werden wir unsere Advocacy-Arbeit auch in Zukunft konsequent weiterentwickeln.