Am xx.xx.2026 ist Paul Teichmann von uns gegangen. Eine stille, beständige Kraft, die mit dem unbändigen Willen, etwas zu verändern, gewirkt hat. Ein Mensch, der Das Hunger Projekt seit den Anfangstagen geprägt hat. Ein Begleiter, ein Zuhörer, ein Vordenker, ein Netzwerker und so vieles mehr. Aber vor allem ein Freund, den wir alle sehr vermissen.

 

Weil ich finde, dass jedem Menschen die Chancen zustehen, sich sein eigenes Glück zu erarbeiten. Deshalb engagiere ich mich für Das Hunger Projekt.

Paul Teichmann, 2024

Würdigung des Wirkens von Paul Teichmann für Das Hunger Projekt

von Vincent Gründler, Leni Nebel und Mechthild Frey. 

Als Das Hunger Projekt-Deutschland in den frühen 1980er Jahren entstand, war vieles neu, ungesichert, im Aufbau – getragen von einer Gruppe junger, leidenschaftlicher Aktivist*innen, die eine Welt ohne Hunger nicht nur forderten, sondern nach Victor Hugo „zu einer Idee zu machen, deren Zeit gekommen ist“. Inmitten dieser Aufbruchsstimmung stand Paul Teichmann ab 1983 für uns „junge Wilde“  wie kein anderer für Stabilität, Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit.

„Nichts ist so kraftvoll, wie eine Idee deren Zeit gekommen ist“ (Victor Hugo, 1850)

Paul verkörperte die Prinzipien des Hunger Projekts nicht nur – er lebte sie. Sein wichtigstes Prinzip war und blieb das Commitment für eine Welt ohne Hunger. Dieses Commitment war für ihn kein abstrakter Wert, sondern ein persönlicher Auftrag, der sein Handeln prägte. Ob als Vorstandsmitglied, Fundraiser, Netzwerker, Sponsor, Mentor oder als erfahrener Hilton-Manager: Paul brachte seine Professionalität und sein weitreichendes Netzwerk ein, ohne je im Vordergrund stehen zu wollen. Seine Bescheidenheit war ebenso charakteristisch wie seine Entschlossenheit.

Besonders in der größten Umbruchphase des Hunger Projekts Anfang der 1990er Jahre war Pauls Beitrag entscheidend für das Weiterbestehen des Vereins. Er war für uns als Team immer da, hat uns in kritischen Momenten beigestanden und mit manchmal unspektakulär wirkenden, aber kraftvollen Aktionen unterstützt. Auf jeden Fall immer mit einem unglaublichen Gespür dafür, was gerade gebraucht wird.

Paul lebte bereits vor der Entstehung des ‚Movement for Community-led Developpment‘ diesen Ansatz. Er hat befähigt und motiviert, unterstützt und wertschätzend beraten. Er war immer da in schwierigen Momenten und hatte ein offenes Ohr. Paul hat uns bei den vielen Präsentationen tatkräftig unterstützt und häufig Tipps gegeben, wo wir anrufen sollten, weil er bereits ein Gespräch geführt hatte.

Paul wollte Theologie studieren und  Missionar werden, die Entscheidung zur beruflichen Laufbahn fiel anders aus. Ich erlaube mir zu sagen: Gelebt und gewirkt hat Paul wie ein Missionar im positivsten Sinne.

Lieber Paul, Du fehlst. Mein erster Kontakt mit dem Hunger Projekt war ein Aktiventreffen bei Stefan in der Mühle.  Du warst die erste Person, die ich getroffen und gesprochen habe.  Von Beginn an warst du ‚da‘, in guten wie auch in schwierigen Zeiten. Ob wir Erfolge gefeiert oder herausfordernde Themen besprochen haben, immer hattest Du ein offenes Ohr. Du warst mein Mentor, Du hast mich maßgeblich und prägend begleitet.

Du warst gelebte Nächstenliebe. Ich danke Dir so sehr für die vielen Jahre, die ich mit Dir arbeiten und von Dir lernen durfte, für die gemeinsamen Bergtouren, Autofahrten, Abendessen und Gespräche.

Leni Nebel

Landesdirektorin & Co-Landesdirektorin a. D.

Lieber Paul, dass du nicht mehr da bist, fällt mir sehr schwer anzunehmen.

Von den frühen Anfängen des Hunger Projekts bis in die Gegenwart habe ich dich immer wie einen ruhenden – und gleichzeitig höchst aktiven – Pol erlebt. Wenn du in unseren Anfangsjahren in dem Büro in der Steinsdorfstraße oft  einfach so vorbei gekommen bist, ging ein spontanes Aufatmen durch mich und den ganzen Staff:  Paul ist da! Stress und Anspannung lösten sich in ein Gefühl von „jetzt wird alles gut“, wir schaffen es, gemeinsam. Danke Paul, für dich!

Inge Machnitzke

Ehemaliger Mitarbeiterin und langjährige Investorin

Paul hat mich seit meinen ersten Tagen im Vorstand des Hunger Projekts begleitet. Er wird mir Vorbild bleiben beruflich wie auch privat: Offen für Neues, den Menschen stets mit Freundlichkeit begegnend, immer mit voller Aufmerksamkeit. Die schönen Seiten des Lebens auch im Kleinen erkennend.

Du wirst mir fehlen.

Alexandra Roth

Ehemaliges Vorstandsmitglied

Paul war in den Anfangszeiten des Hunger Projekts bereits im Vorstand. Ich durfte mit ihm von 2005-2019 gemeinsam im Vorstand sein.

Es war immer eine große Wertschätzung, positive Haltung und kollegiale Zusammenarbeit mit Paul. Er war in der Vorstandsarbeit ein sehr verlässlicher Partner, der viele Aufgaben übernommen hat und diese immer sehr gut umgesetzt hat. Nie war er sich für etwas zu fein, immer hat er Lösungen gesucht, immer seine Freundlichkeit und sein Feingefühl bewahrt und trotzdem seine Ziele mit einer Klarheit im Blick behalten und die Umsetzung vorangetrieben.

Ich erinnere mich an einige große Herausforderungen, bei denen Paul sich mit sehr viel Geradlinigkeit, Zielstrebigkeit und Zuversicht für die Lösung eingesetzt hat.

Auch in schwierigen Situationen war er bereit seine Meinung zu vertreten und hat sich auch nicht durch Gegenwind umwerfen lassen.

Er war tief mit seiner Vision einer Welt ohne Hunger und einer Welt für alle Menschen verbunden und hat daraus sehr viel Kraft geschöpft. Mit dieser Klarheit hat er uns auch immer wieder berührt und angesteckt.

Es gibt wenig Menschen wie Paul, die so viel Klarheit und Liebenswürdigkeit in sich tragen. Ich bin sehr dankbar für die vielen Jahre, die ich mit ihm zusammenarbeiten und manchmal auch zusammen feiern durfte. Er hat einen festen Platz im meinem Herzen.

Mechthild Frey

Ehemalige Vorstandsvorsitzende