Ghana: YEAP Chancen und Perspektiven für junge Agrarunternehmer*innen
Neue Chancen und Perspektiven für 3.000 junge Menschen in drei Epizentren in der östlichen Region Ghanas. Wir unterstützen ihre Zukunft im landwirtschaftlichen Bereich, um ihr Einkommen nachhaltig zu steigern und aktiv zur Ernährungssicherheit ihrer Gemeinschaften beizutragen.
Projektziel
YEAP schafft neue Perspektiven für 3.000 junge Menschen in drei Epizentren in der östlichen Region Ghanas. Das Projekt unterstützt sie dabei ihre Zukunft als Agrarunternehmer*innen in der Landwirtschaft selbst zu gestalten, ihr Einkommen nachhaltig zu steigern und aktiv zur Ernährungssicherheit in ihren Gemeinschaften beizutragen. Es fördert Kompetenzen, Strukturen und Märkte, sodass junge Frauen und Männer ihr Einkommen sichern, Unternehmen gründen und zu resilienten, klimaangepassten Ernährungssystemen beitragen können.
Bis Projektende sollen mindestens 70 % der Teilnehmenden aktiv in landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten arbeiten, 50 % Zugang zu Finanzdienstleistungen haben und 60 % eine Ertragssteigerung von mindestens 20 % erzielen.
Hintergrund
Ghana gehört zu den jüngsten Gesellschaften weltweit: 57 % der Bevölkerung sind unter 25 Jahre alt. Dennoch liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei 32,8 %. Besonders in ländlichen Regionen wie der Eastern Region sind Perspektiven rar: Viele junge Menschen verdienen ihren Lebensunterhalt in der Subsistenzlandwirtschaft oder in unsicheren Gelegenheitsjobs. Einkommen sind saisonal, niedrig und reichen kaum zum Leben.
Obwohl die Landwirtschaft ein enormes Potenzial birgt – sie trägt 20 % zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei und beschäftigt über 40 % der Bevölkerung – bleibt sie für junge Menschen wenig attraktiv. Veraltete Anbaumethoden, fehlender Zugang zu Land, Märkten und Krediten sowie die Folgen des Klimawandels prägen den Alltag. Junge Frauen sind dabei besonders benachteiligt: Häufig fehlt ihnen der Zugang zu Land, Finanzierungen und Förderprogrammen.
Vorgehensweise
YEAP basiert auf der bewährten Epizentrum-Strategie von The Hunger Project: gemeinschaftlich errichtete, multifunktionale Einrichtungen in ländlichen Regionen, die langfristig von den Gemeinden selbst getragen werden. Die Epizentren Darmang, Abehenease und Anyansu dienen als Umsetzungsknotenpunkte und sichern die nachhaltige Verankerung der Projektmaßnahmen.
Auf systemischer Ebene verbindet es die individuelle Förderung junger Menschen mit der Stärkung lokaler Strukturen, Wertschöpfungsketten und staatlicher Systeme. Ein besonderer Fokus liegt auf Gendergerechtigkeit, Klimaresilienz und digitalen Innovationen.
YEAP kooperiert eng mit Ministerien, Distriktverwaltungen, Finanzinstitutionen, Kooperativen und zivilgesellschaftlichen Organisationen. Zudem nutzt es Synergien mit dem von ora Kinderhilfe e.V. geförderten Projekt zu Gesundheit und Ernährung, um junge Frauen ganzheitlich zu stärken.
Maßnahmen
Klimaresiliente Landwirtschaft
Durch Demonstrationsfarmen und Schulungen in nachhaltigen Anbaumethoden, Wassermanagement und nährstoffreichen Kulturen erwerben junge Menschen praxisnahes Wissen, um Erträge zu steigern, Produktionsrisiken zu reduzieren und sich besser an die Folgen des Klimawandels anzupassen.
Unternehmertum & Vermarktung
Trainings zu Geschäftsplanung, Verarbeitungstechniken und digitalem Marketing sowie Mentoring durch erfahrene Agrarunternehmer*innen befähigen die Teilnehmenden, landwirtschaftliche Aktivitäten als tragfähige Einkommensquelle zu professionalisieren und ihre Produkte erfolgreich zu vermarkten.
Finanzielle Inklusion
Durch den Aufbau von Spar- und Kreditgruppen, Kooperationen mit ländlichen Banken und Finanztechnologie-Anbietern sowie Finanzbildungs-Workshops erhalten junge Menschen erstmals verlässlichen Zugang zu Finanzdienstleistungen, die Investitionen in ihre landwirtschaftlichen Unternehmen ermöglichen.
Geschlechtergerechtigkeit
Gezielte Empowerment-Workshops für junge Frauen, die Förderung weiblicher Führungskräfte sowie Advocacy-Arbeit zu Landrechten und geschlechtersensiblen Finanzprodukten tragen dazu bei, strukturelle Benachteiligungen abzubauen und die wirtschaftliche Teilhabe von Frauen nachhaltig zu stärken.
Digitale Innovation
Digitale Beratungsangebote über sprachbasierte Informationssysteme, Schulungen über Messaging-Dienste, E-Learning-Kurse und digitale Lernräume in den Epizentren verbessern den Zugang zu Wissen, Beratung und Märkten – auch in abgelegenen ländlichen Regionen.
Community-Ansatz & Nachhaltigkeit
Die Stärkung lokaler Komitees, formalisierte Kooperationen mit Behörden und Kooperativen sowie die Anbindung an nationale Strategien sichern, dass die aufgebauten Strukturen über die Projektlaufzeit hinaus bestehen und von den Gemeinden eigenständig weitergeführt werden.
è YEAP zeigt: Wenn junge Menschen die richtigen Ressourcen, das nötige Wissen und echte Chancen erhalten, können sie ihre Zukunft aktiv selbst gestalten und dabei ihre Gemeinden nachhaltig stärken.
Förderung
Projektlaufzeit:01.11.2025 – 31.10.2029 (4 Jahre)
Finanzierung: Das Projekt wird mit der Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Höhe von 599.498 Euro durchgeführt. Das Hunger Projekt Deutschland leistet einen finanziellen Eigenbeitrag in Höhe von 199.832 Euro.
Direkte Zielgruppe: 3.000 junge Menschen (18-35 Jahre), davon mind. 50 % Frauen
Indirekte Zielgruppe: ca. 12.000 Familienangehörige und Gemeindemitglieder