Indien (Odisha): Starke Frauen, starke Ernährung
In 40 Panchayats im indischen Bundesstaat Odisha stärken wir gewählte Frauenvertreterinnen und lokale Gemeinschaften, damit sie sich aktiv für bessere Ernährung, Gesundheit und die Rechte von Frauen und Kindern einsetzen können. Gemeinsam schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass staatliche Gesundheits- und Ernährungsangebote diejenigen erreichen, die sie am dringendsten benötigen.
Hintergrund
Der Distrikt Nabarangpur im Bundesstaat Odisha zählt zu den Regionen Indiens mit besonders hohen Raten von Mangelernährung. Viele Familien leben von kleinbäuerlicher Landwirtschaft, ein großer Teil der Bevölkerung gehört indigenen Gemeinschaften oder sozial benachteiligten Gruppen an. Frauen verfügen häufig über geringe Bildungs- und Beteiligungsmöglichkeiten, während Kinder und Mütter besonders von Mangelerscheinungen wie Anämie betroffen sind.
Obwohl zahlreiche staatliche Gesundheits- und Ernährungsprogramme existieren, erreichen sie viele Menschen nur unzureichend. Lokale Gremien sind häufig wenig aktiv, Verantwortlichkeiten bleiben unklar und insbesondere Frauenvertreterinnen stoßen auf strukturelle Hürden bei der Ausübung ihrer politischen Ämter.
Gleichzeitig zeigen Erfahrungen unseres lokalen Projektpartners, The Hunger Project India, dass gestärkte Frauen in lokalen Führungspositionen wichtige Veränderungen in ihren Gemeinden anstoßen können – insbesondere in den Bereichen Ernährung, Gesundheit und soziale Teilhabe.
Projektziel
Das Projekt stärkt gewählte Frauenvertreterinnen (Elected Women Representatives) und lokale Gemeinschaftsstrukturen, damit sie die Ernährungssituation von Frauen und Kindern nachhaltig verbessern können. Durch die Aktivierung lokaler Ernährungs- und Mütterkomitees sowie die Förderung von Ernährungswissen und die stärkere Beteiligung der Bevölkerung werden Gesundheits- und Ernährungsdienste besser koordiniert und genutzt.
Bis zum Projektende sollen mindestens:
- 50 % der Frauenvertreterinnen anspruchsberechtigte Haushalte erfolgreich an staatliche Programme für Ernährung und Existenzsicherung vermitteln,
- 70 % der Panchayats regelmäßige Abstimmungsprozesse mit Gesundheits- und Ernährungskomitees durchführen,
- 60 % der Frauen und Mädchen über verbessertes Wissen zu Ernährung und Anämieprävention verfügen.
Das Projekt erreicht direkt rund 6.900 Menschen und verbessert langfristig die Ernährungssituation von rund 170.000 Menschen in den Projektgebieten.
Maßnahmen
Das Projekt verfolgt einen menschenrechtsbasierten Ansatz. Gewählte Frauenvertreterinnen werden als zentrale Akteurinnen lokaler Entwicklung gestärkt und dabei unterstützt, ihre verfassungsmäßigen Rechte und Aufgaben wahrzunehmen.
Dabei verbindet das Projekt drei Ebenen:
- die Stärkung der Führungs- und Handlungskompetenzen von Frauenvertreterinnen,
- die Aktivierung lokaler Gesundheits- und Ernährungskomitees,
- die Förderung von Ernährungswissen und Beteiligung innerhalb der Gemeinden.
Anstatt parallele Strukturen aufzubauen, arbeitet das Projekt eng mit bestehenden staatlichen Programmen und lokalen Institutionen zusammen. Ziel ist es, vorhandene Angebote wirksamer zu machen und die Verantwortung lokaler Akteur*innen nachhaltig zu stärken.
Förderung
Das Projekt läuft vom 01.07.2026 – 31.03.2030 und wird mit einem Gesamtbudget von 700.000 Euro umgesetzt. Es wird mit 630.000 Euro durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert. Das Hunger Projekt Deutschland leistet einen finanziellen Eigenbeitrag in Höhe von 70.000 Euro.