Indien

Allgemeine Informationen

Als Land der Gegensätze präsentiert sich Indien einerseits als bedeutende moderne Wirtschafts-, Raumfahrts- und Atommacht, mit einer hoch entwickelten Industrie und hohem Bildungs- und Forschungsniveau.

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Andererseits lebt etwas 3/4 der Bevölkerung in bitterer Armut und in extremer gesellschaftlicher Ungerechtigkeit. Vor allem Mädchen und Frauen werden in Indien in einer weltweit beispiellosen Art und Weise diskriminiert. Unterdrückung und Unterwerfung der Frauen sind insbesondere in ländlichen Regionen die Regel. Frauen in Indien

 

 

 

 

Stärkung der lokalen Demokratie

Mit einer Verfasungsänderung 1993 wurden den Panchayats, eine den Gemeinderäten vergleichbaren Form der kommunalen Selbstverwaltung, mehr politische Macht und Ressourcen zugestanden. Diese Panchayats beruhen auf indischer Tradition und sind auf Drängen Ghandis in der Verfassung verankert.

Frauenquote

Frauen steht seit 1992 verfassungsrechtlich ein Drittel der Sitze in den lokalen Gemeinderäten zu. In vielen Staaten ist dieser  Prozentsatz auf 50% angehoben worden. Dies ist revolutionär vor allem vor dem Hintergrund der fundamentalen Diskriminierung der indischen Frauen.

Diese Frauen sind oft Analphabetinnen und kennen ihre Rechte kaum. Ohne geeignete Schulung und Unterstützung haben diese Frauen in den Panchayats wenig Chancen, ihre Anliegen – z.B. bessere Ernährung, Bildung, Gesundheit, sauberes Wasser, einkommenssichernde Maßnahmen – in einer Männer dominierten Welt durchzusetzen.

Die Arbeit von Das Hunger Projekt in Indien

Der Schwerpunkt der Arbeit von Das Hunger Projekt in Indien liegt in der Stärkung und Weiterbildung dieser Frauen. Die Arbeit beginnt an der Basis der demokratischen Strukturen.

Verschiedene Maßnahmen haben sich bei der Begleitung der Frauen während ihrer 5-jährigen Amtszeit (Panchayat Raj Kampagne) bewährt.

Die Unterstützung beginnt mit einem speziellen Workshop (WLW – Women’s Leadership Workshops) zu Beginn der Amtszeit. Durch die dreitägigen WLWs werden Frauen, die erstmals als Frauenabgeordnete gewählt wurden (elected women representatives: EWR), auf ihre Arbeit vorbereitet. Dies findet durch Informationsaustausch und Wissensaustausch über die Hauptverantwortlichkeiten und wichtigen Rollen in den Panchayats statt und bildet den ersten Schritt in dem Einführungsprozess der Frauen. Diese WLW’s beinhalten unter anderem die Stärkung des Selbstwertgefühls der Frauen, die Förderung des politischen Verständnisses und die Definition der klaren Ziele und Visionen der Gemeinde.

In einem weiteren Schritt unterstützt das Hunger Projekt Aktionsbündnisse und hilft bei der Gründung von Frauenverbänden.

Vor Neuwahlen werden intensive Kampagnen (SWEEP Kampagne) organisiert, um sowohl die Wahlbeteiligung der Frauen zu stärken, als auch die Zahl der Wahlhelferinnen und Kandidatinnen zu erhöhen. Bestandteil der SWEEP Kampagnen (Strengthening Women´s Empowerment in Electoral Processes – Stärkung von Frauen in Wahlprozessen) sind Filmvorführungen, Straßentheater, Tür-zu-Tür-Kontatke und Dorfplatztreffen mit Diskussionsrunden.

Zahlen & Fakten

(Quelle: destatis, 2016)

  • Fläche: Indien ist der siebtgrößte Staat der Erde
  • Einwohner: 1,32 Milliarde Menschen
  • Bevölkerungsdichte: 445 Einw./qkm (Deutschland 230)
  • Lebenserwartung bei Geburt: Männer: 66,9, Frauen: 69,9 (2016), 28,4 % der Bevölkerung sind jünger als 15 Jahre
  • Säuglingssterblichkeit: 38/1000
  • Religion: 79,8 Prozent Hindus, 14,2 Prozent Moslems, 2,3 Prozent Christen, 1,7 Prozent Sikhs, 0,7 Prozent Buddhisten, 0,4 Prozent Jainas (Volkszählung 2011)

Politik

Indien ist die größte Demokratie der Welt und einer der wenigen Staaten Asiens mit durchgängiger demokratischer Tradition seit seiner Unabhängigkeit im Jahre 1947. Indien ist eine föderale demokratische Republik, gegliedert in 25 Unionsstaaten und sieben Unionsterritorien sehr unterschiedlicher Größe, Bevölkerung und sozialer Struktur.

Bevölkerung

Indien ist ein Vielvölkerstaat, mit immenser ethnischer Vielfalt und mehr als 100 verschiedenen Sprachen mit teils unterschiedlichen Schriftsystemen. Verwaltungs-, Unterrichts- und Wirtschaftssprache ist Englisch.Prägend für das soziale Leben Indiens ist nach wie vor das Kastenwesen. 16 Prozent der Bevölkerung werden zu den so genannten „Unberührbaren“ gezählt, der am höchsten stehende Kaste der Brahmanen gehören 5,5 Prozent der Bevölkerung an.

Geografie

Indien grenzt an folgende Staaten: Pakistan, Bangladesch, China, Nepal, Bhutan, Myanmar. Im Norden bildet der Himalaya, das höchste Gebirge der Welt, die Grenze zu China.Fast ein Drittel der Fläche Indiens gehört zum Einzugsgebiet der beiden größten Flüsse des indischen Subkontinents, Ganges und Brahmaputra.

Wirtschaft

Das Wirtschaftswachstum lag im Haushaltsjahr 2016/2017 bei 7,1%. Indien zählt damit nach wie vor zu den am stärksten expandierenden Volkswirtschaften. Es profitiert  von den Vorteilen der Globalisierung. Das durchschnittliche jährliche Pro-Kopf-Einkommen liegt bei rund 1582 USD . Auf dem Human Development Index der UNDP (Stand September 2016) steht Indien auf Platz 131 unter 188 erfassten Staaten. Während Indien weltweit die meisten Millionäre und Milliardäre beheimatet, liegt Indien bei vielen Sozialindikatoren deutlich untern den Durchschnittswerten von Subsahara-Afrika (Auswärtiges Amt, 2017). 276 Millionen Einwohner Indiens hatten in 2016 weniger als 1,90 Dollar am Tag zur Verfügung (Weltbank)

Kultur

Die indische Kultur gehört zu den ältesten und mannigfaltigsten Kulturen der Erde. Sie war prägend für ganz Süd- und Südostasien. Der Glaube spielt in Indien von jeher eine heraus ragende Rolle und hat die Kultur des Landes entscheidend geprägt. Indien ist die Wiege des Hinduismus und Buddhismus.Die unüberschaubare Vielfalt an Sprachen und Völkern hat viele regionale Besonder- und Eigenheiten hervorgebracht. Aber auch fremde Einflüsse wie etwa der Islam und das Christentum hinterließen ihre Spuren.

Gesundheit

Das Gesundheitswesen ist von einem starken Stadt-Land-Gefälle geprägt. In vielen Dörfern gibt es keine medizinischen Einrichtungen. Schlechte hygienische Bedingungen sind in manchen Regionen noch immer ein großes Problem.Fehlender Zugang zu sauberem Trinkwasser und Sanitäranlagen, sowie Unterernährung verursachen Seuchen und Mangelerkrankungen.

Nach Schätzungen sind 2,1 Millionen Menschen mit HIV infiziert.

Indien weist weltweit die dritthöchste HIV-Infekrionsrate auf.

 

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