Informieren

Fragen an das Hunger Projekt zu seiner Entwicklungsgeschichte und zu seinen Schwerpunkten

Um Klarheit zu schaffen, wollen wir hier zu Fragen bzgl. der Entwicklung der Arbeitsschwerpunkte von das Hunger Projekt Stellung nehmen:

Frage: Wie ist der satzungsmäßige Zweck von das Hunger Projekt heute definiert?

Antwort: Der Zweck des Vereins ist die Förderung der Entwicklungszusammenarbeit im Sinne des § 52 Absatz 2 Nr. 15 Abgabenordnung in Verbindung mit § 10 b Einkommensteuergesetz.

Die Tätigkeiten des Vereines bezwecken die weltweite, dauerhafte und endgültige Beendigung von Hunger. Diese Zwecke sollen insbesondere erreicht werden durch

  • die Unterstützung und Durchführung von direkten Entwicklungshilfemaßnahmen,
  • die Weiterleitung von Mitteln an andere in- und ausländische Organisationen zur Verwendung für Entwicklungshilfemaßnahmen,
  • die Beschaffung von Mitteln als Spendensammelverein zur Verwendung für eigene Entwicklungshilfemaßnahmen und zur Weiterleitung an andere Organisationen mit der Maßgabe der Förderung der Entwicklungshilfe,
  • die Förderung der internationalen Gesinnung und Toleranz durch Information und Aufklärung über die Hintergründe von chronischem Hunger, insbesondere die Unterdrückung und Marginalisierung der Frauen in den Entwicklungsländern.

Frage:  Was meinen wir mit Empowerment?

Antwort: Das Hunger Projekt bestärkt Menschen, ihre Resignation zu durchbrechen, ihr persönliches Potenzial zu erkennen und mit Mut und Entschlossenheit selbst aktiv zu werden. Unser ganzheitlicher Ansatz stärkt Frauen, Männer und Jugendliche, die in ländlichen Regionen unter extremer Armut und chronischem Hunger leiden. Durch Empowerment-Strategien versetzt das Hunger Porjekt marginalisierte und benachteiligte Menschen in die Lage, Initiative für eine eigenständige Entwicklung zu ergreifen. Es unterstützt sie beim Aufbau selbstbestimmter, tragfähiger Organisationsstrukturen und verschafft ihnen Zugang zu Ressourcen. Die Entwicklungsprogramme in den Regionen werden ausschließlich von Landsleuten geleitet und an die jeweiligen lokalen Voraussetzungen und strukturellen Gegebenheiten angepasst. Grundlage all unserer Programme sind drei Elemente:

  1. Frauen stehen an erster Stelle: Als Schlüsselfiguren für Veränderungen stärken wir besonders Frauen
  2. Jeden mobilisieren: Ländliche Gemeinden schließen sich zusammen und wir mobilisieren sie zu eigenverantwortlichem Handeln
  3. Regierungsstellen einbeziehen: Wir fördern den Aufbau effektiver Beziehungen zwischen Gemeinschaften und Lokalregierungen

Frage: Leistet das Hunger Projekt konkrete Entwicklungshilfe-Arbeit?

Antwort: Ja, seit 1991 leistet das Hunger Projekt konkrete Entwicklungshilfe-Arbeit.

In der Zeit von 1977 bis 1990 leistete das Hunger Projekt entwicklungspolitische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit, um das öffentliche Bewusstsein und den politischen Willen für die Beendigung des Hungers zu stärken.

Das geschah z.B. durch Unterschriftensammlungen, Informationsseminare, politischen Lobbyarbeit u.v.m. Das politische Klima und die politische Willensbildung sind entscheidend, um ein so umfassendes Thema wie die Überwindung chronischer Unterernährung regional, national und weltweit erfolgreich angehen zu können. Dies ist auch heute vielen Fachleuten in der Entwicklungszusammenarbeit bewusst.

Diese Zielsetzung war auch in der Satzung des Vereins in Deutschland für diesen Zeitraum verankert und dementsprechend wurden Spendengelder hier in Deutschland geworben und eingesetzt.

Frage: Wie definiert das Hunger Projekt seit 1990/91 seine Arbeitsschwerpunkte?

Antwort: 1990/91 definierte das Hunger Projekt die Zielsetzungen für seine Arbeit grundlegend neu. Das deutsche Hunger Projekt veränderte entsprechend seine Satzung und legte seine Programme und Initiativen neu fest. Ab diesem Zeitpunkt wurden die gesammelten Gelder für die konkreten strategischen Initiativen in den Entwicklungsländern bereit gestellt.

Frage: Welche Verbindung hat das Hunger Projekt mit Werner Erhard und EST / Centers Network?

Antwort: Werner Erhard war 1977 einer der drei Gründer von das Hunger Projekt in den USA. Er gehörte bis zu seinem Austritt im Jahr 1990 dem Globalen Vorstand an. In Deutschland ist er zu keiner Zeit für das Hunger Projekt tätig gewesen.Werner Erhard geriet im Verlauf der 80er Jahre mit dem von ihm Anfang der 70er Jahre entwickelten Coachingprogramm “EST” und seiner Organisation “Centers Network“ in den Verdacht, “psychokultartig” vorzugehen.

Berührungspunkte vom 1982 in Deutschland gegründeten Verein Das Hunger Projekt e.V. zu „EST/Centers Network“ bestanden in den 80er Jahren darin, dass Materialien von das Hunger Projekt in einigen Kursen von „EST“ auslagen oder interessierten Teilnehmern die Arbeit des Vereins vorgestellt wurde.

Aufgrund der Vorwürfe gegen Werner Erhard hat das Hunger Projekt in Deutschland bereits im Jahre 1988 den Kontakt zu Werner Erhard bzw. “EST/Centers Network“ abgebrochen. Seit 1990 ist Werner Erhard auch in keiner Weise mehr im globalen Hunger Projekt aktiv.

Welche Verbindung hat das Hunger Projekt mit Landmark Education?

Antwort: Das Hunger Projekt e.V. Deutschland hatte weder in der Vergangenheit noch heute mit der Organisation „Landmark Education“ (entstanden aus dem Verkauf der EST/Centers Network 1991), deren inhaltlichen Programmen, Methoden und/oder finanziellen Angelegenheiten zu tun. In einem Schreiben vom 03.05.1999 bestätigte dies auch Regierungsdirektor Thomer, der damals federführend in der staatlichen “Anlauf- und Koordinationsstelle für sogenannte Sekten und Psychogruppen” im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für diese Fragen zuständig war.

Das Hunger Projekt hatte darum gebeten, dies offiziell prüfen zu lassen, weil es fälschlicherweise mit „Landmark Education“ in Verbindung gebracht worden war.

Das Hunger Projekt distanziert sich ausdrücklich von Werner Erhard, Landmark Education sowie den Vorgängerorganisationen EST und Centers Network. Wir sind in keiner Weise mit diesen Organisationen verbunden oder verfolgen deren Ziele. Wir sind einzig und allein freiheitlich-demokratischen Prinzipien verpflichtet, handeln aus einem humanistisch geprägten Menschenbild heraus und sind überkonfessionell und politisch unabhängig tätig.